ISTAF bringt Athleten und Zuschauer auf Fantribüne zusammen

Athletenpräsentation wie bei einem Boxkampf, Feuerwerk beim Zieleinlauf. Das ISTAF hat schon einige neue Ideen umgesetzt, die inzwischen von anderen Veranstaltern oder sogar bei großen Meisterschaften übernommen wurden. Das Ziel: Die Leichtathletik für die Zuschauer attraktiver und erlebbarer machen. Für die kommende Auflage (27. August) hat sich das Veranstalter-Team um Meeting-Direktor Martin Seeber wieder etwas Neues ausgedacht. Auf einer Fantribüne sollen sich Athleten und Zuschauer hautnah begegnen. In den Laufwettbewerben werden die Athleten in der Startkurve unter dieser Tribüne durchlaufen wie durch einen Tunnel. Wie die Tribüne aussehen soll, zeigt eine Animation auf unserer Facebookseite.

"Damit wollen wir die Entfernung zwischen Zuschauern und Athleten abbauen. Auf der Tribüne sollen die Siegerehrungen stattfinden. Bis zu 100 Fans haben darauf Platz", erklärte Martin Seeber bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Es soll die Möglichkeit geben, Selfies mit den Athleten zu machen und Autogramme zu bekommen. Ganz nebenbei bietet die zusätzliche Tribüne eine neue Perspektive für die Fernsehkameras und eine zusätzliche LED-Wand für Sponsoren und die Anzeige von Ergebnissen.

Das genaue Konzept, wie Zuschauer auf die Tribüne kommen, wird noch bekannt gegeben. Extra-Kosten sollen nicht anfallen. "Es wird die Möglichkeit geben, sich anzumelden. Wir wollen möglichst vielen Fans die Chance geben, den Athleten nahe zu kommen", sagt Martin Seeber.

Christoph Harting: Wettkampf-Marathon und dann DM

Diskus-Olympiasieger Christoph Harting (SCC Berlin) und Sprinterin Lisa Mayer (Sprintteam Wetzlar) lobten diesen Tribünen-Plan der ISTAF-Macher. "Ich finde es wichtig, dem Zuschauer das Event greifbarer zu machen", erklärte Christoph Harting bei der PK. "Du bist deutlich näher dran, brauchst dir keinen Feldstecher zu besorgen. Die Emotion, die ein Athlet über einen gelungenen Versuch im Stabhochsprung oder Diskuswurf hat, ist näher."

Mit Starts in Oslo (Norwegen; 15. Juni), Dessau (16. Juni) und Stockholm (Schweden; 18. Juni) hat der 27-Jährige in den nächsten Tagen einen Wettkampf-Marathon vor sich und dabei die WM-Norm (65,00 m) im Visier. "Bei 18 Versuchen sollte doch einer dabei sein", meinte er. Danach peilt er ohne weiteren Start die Deutschen Meisterschaften in Erfurt (8./9. Juli) an.

Seinen Olympiasieg sieht Christoph Harting mit Blick auf seine Erwartungen Richtung WM in London (Großbritannien; 4. bis 13. August) als Befreiung und nicht als Last oder Druck. "Ich habe schon einmal gezeigt, dass ich es kann und muss nicht mehr krampfhaft um eine solche Leistung kämpfen, sondern diesen Zustand nur noch wiederholen."

Lisa Mayer freut sich auf Staffel-Auftritt

Beim Programm setzt das ISTAF wieder auf das bewährte Konzept: Die besten DLV-Athleten gegen die besten Athleten weltweit. Martin Seeber macht dabei "eine neue deutsche Welle" aus. "Das Diskuswerfen ist schon seit Jahren eine Domäne. Jetzt kommen die Sprinterinnen mit ihrem Sieg bei der Staffel-WM dazu, die Speerwerfer und die Hürdensprinterinnen, von denen schon fünf die WM-Norm erfüllt haben. Da passiert etwas."

Diese Disziplinen sind  schon fest eingeplant, inklusive 4x100-Meter-Staffel der Frauen sowie Sprints über 100 und 200 Meter. Welche Einzelstrecke Lisa Mayer in Angriff nehmen wird, entscheiden sie und das Trainerteam kurzfristig. Der Staffel-Auftritt des DLV-Quartetts soll ein emotionaler Höhepunkt des Meetings werden. "Im Berliner Olympiastadion gibt eine besondere Atmosphäre", erzählt Lisa Mayer, die im vergangenen Jahr erstmals beim ISTAF über 200 Meter angetreten war. "Man hat die Begeisterung der Zuschauer gespürt. Die Ehrenrunde war toll, die Leute haben uns gefeiert."

Zwei Stunden Live-Übertragung im TV und neuer Belag für die blaue Bahn


Wenn sich bei der WM in unerwarteten Disziplinen DLV-Athleten hervortun, soll das Programm wie gewohnt angepasst werden. Zuschauerziel im Stadion ist wieder die Marke von 50.000, die im vergangenen Jahr nicht ganz erreicht werden konnte. "Wir haben eine Zielgruppen-Analyse gemacht und werden jetzt vermehrt auf Werbung im Umland von Berlin setzen", erklärte Martin Seeber. Er hofft auch deshalb wieder auf mehr Zuschauer, weil das ISTAF wieder an einem Sonntag stattfindet und nicht wie im vergangenen Jahr am Samstag. Bisher sind 27.000 Karten verkauft.

Der Plan für eine TV-Übertragung steht auch schon. Das ZDF wird zwei Stunden lang live übertragen, zwischen 17 und 19 Uhr. Die Bahn wird dann wieder noch blauer erstrahlen als sowieso schon. Der Belag wird für die EM 2018 erneuert und gleich einem Härtetest unterzogen.

jhr

Zurück

Sponsoren und Partner