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Lisa Marie Kwayie: „Preis ist eine große Anerkennung“

Das war ein ganz besonderer Moment: Ein bisschen wie bei der Oscar-Verleihung warteten die versammelten Nachwuchssportler des Monats 2014 bei einer Gala am Potsdamer Platz darauf, wer als Sieger der Jahreswahl verkündet wird. Als ihr Name ausgerufen wurde, konnte das Lisa Marie Kwayie kaum glauben. Die Nachwuchssprinterin wurde auf der Bühne groß gefeiert und durfte einen überdimensionalen Scheck über 750 Euro entgegen nehmen.

Bei der Wahl, bestehend aus einer Online-Abstimmung und einer Juryentscheidung, landete die Dritte der U20-WM mit der DLV-Sprintstaffel knapp vor Schwimmerin Sonnele Öztürk und Wasserspringer Lars Rüdiger.

 

isa, herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung als „Nachwuchssportlerin des Jahres", wie hast du die Gala erlebt?

Lisa Marie Kwayie:
Die Gala war im Bluemax Theater am Potsdamer Platz, das feierlich gestaltet war. Wir Nachwuchssportler des Monats saßen ziemlich weit vorne. Es war schon aufregend, als wir auf die Bühne gerufen wurden. Dann wurden die Sieger verkündet und ich war überrascht, dass die Schwimmerin Sonnele Öztür als Zweite ausgerufen wurde. Ich dachte, sie gewinnt. Dann war alles offen. Als dann mein Name als Siegerin genannt wurde, war es eine große Überraschung. Ich habe einen Bären als Preis bekommen und einen großen Scheck. Im Anschluss war es spannend, sich mit den anderen Sportlern auszutauschen.

Was bedeutet dir die Auszeichnung, die durch eine Online-Abstimmung und eine Juryentscheidung zu Stande gekommen ist?

Lisa Marie Kwayie:
Es ist eine große Anerkennung. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen hinter mir stehen. Besonders, weil Leichtathletik nicht so im Vordergrund im Vergleich zu anderen Sportarten. Die große Unterstützung ist toll. Außerdem war es auch ein Trost, nachdem es bei der Jugend-DM einen Tag vorher knapp nicht mit dem  Titel über 200 Meter geklappt hatte.

Neben Ruhm und Ehre hast du auch einen Scheck über 750 Euro bekommen. Wofür kannst du das Geld gebrauchen?

Lisa Marie Kwayie:
Ich werde es in meinen Führerschein stecken. Im Moment habe ich zwar keine Zeit, den zu machen. Ich denke, Ende der Sommersaison wird es gehen. Dann habe ich noch ein Jahr Schule vor mir. Danach möchte ich, wie es bisher aussieht, Psychologie studieren. Für die Wege zum Training und zur Uni ist es sehr gut, fahren zu können. Es ist ein Geschenk, dass der Preis auch noch mit Geld dotiert ist, über das ich mich sehr freue.

In diesem Winter bist du mit 7,48 Sekunden über 60 Meter und 23,72 Sekunden über 200 Meter schon wieder Bestzeiten gelaufen. Wie hast du es geschafft, wieder noch ein bisschen schneller zu werden?

Lisa Marie Kwayie:
Über 60 Meter habe ich mir die Bestzeit zugetraut. Wir haben im Winter nicht übermäßig viel, aber gut überlegt trainiert. Die Einheiten waren intensiv und konzentriert. Wir haben an den Schwächen gefeilt, zum Beispiel daran, beim Laufen nicht ins Hohlkreuz zu fallen. Das führt zu Rückenproblemen, die mich oft beschäftigt haben. Auch mein Muskelfaserriss aus dem Sommer war noch ein Thema. Das rechte Bein ist noch immer etwas stärker gewesen, als das linke, wo die Verletzung war. Auch am Start haben wir gearbeitet. Mit der Bestzeit über 200 Meter hätte ich nicht gerechnet. Dafür haben wir kaum trainiert. Umso mehr freue ich mich darüber.

Wie du schon gesagt hast, bist du am Wochenende in Neubrandenburg bei der Jugend-DM Zweite über 200 Meter geworden, nachdem du über 60 Meter nicht mehr angetreten warst, weil dein Vorlauf wiederholt wurde und du dann noch einen zusätzlichen Lauf gehabt hättest. Wie bewertest du dein Wochenende im Rückblick?

Lisa Marie Kwayie:
Die 60 Meter waren ein kleiner Schlag. Ich war sauer. Es war besonders schwer zu sehen, dass alle Athletinnen im Finale schnell unterwegs waren und Bestzeiten gelaufen sind. Ich war nicht dabei. Stattdessen hatte ich trotz der Enttäuschung die 200 Meter vor mir, mit denen dann auch Druck verbunden war. Der Lauf war dann ganz gut, aber auf den letzten Metern überholt zu werden, das hat mich geknickt. Platz zwei ist nicht schlimmes. Aber ich war schon mehrmals Zweite und möchte endlich mal ganz oben stehen. Ich muss aus dem gesamten Wettkampf lernen, für das nächste Mal.

Am kommenden Wochenende trittst du erstmals in der Frauenklasse bei einer Deutschen Meisterschaft an. Was sind deine Ziele?

Lisa Marie Kwayie:
Ich lasse mich überraschen und habe die Chance, mich nochmal über 60 Meter zu zeigen. Ich gehe ohne Druck ran, stehe nicht im Fokus. Ich möchte reinschnuppern und die Abläufe kennenlernen, bevor ich im nächsten Jahr in diese Altersklasse gehöre. Wenn eine Bestzeit rauskommt, wäre das super. Wenn nicht, ist es aber auch nicht so schlimm.

Dann kommt noch der U20-Länderkampf in Frankreich (28. Februar), für den du nominiert worden bist. Ist das der der krönende Abschluss der Hallensaison?

Lisa Marie Kwayie:
Ich freue mich auf die Reise nach Lyon, besonders auf die Staffel. Das ist immer ein ganz besonders schönes Feeling. Auch im Einzel werde ich über 200 Meter starten. Der Wettkampf rundet die Saison ab. Ich bin auch sehr gerne mit den anderen DLV-Athleten unterwegs, die man sonst nur bei Wettkämpfen sieht. Besonders im Sprintkader sind schon Freundschaften gewachsen. Die Reise tut mir auch insgesamt gut.   

Welche Pläne und Ziele hast du in Richtung Sommersaison?

Lisa Marie Kwayie:
Das große Ziel ist die U20-EM. Ein Einzelstart wäre ein Traum und in der Staffel möchte ich dabei sein. Bis dahin ist noch viel Zeit und es kann viel passieren, ich werde mein besten geben, dass es klappt. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften wird die Konkurrenz im Sommer wahrscheinlich stärker sein. Gina Lückenkemper ist in der Halle nicht gelaufen. Ich werde meine Chance suchen. Über 100 Meter traue ich mir eine Bestzeit zu und da sind auch die Chancen auf Gold bei der Jugend-DM wahrscheinlich größer.

Und langfristig, hast du einen sportlichen Traum?

Lisa Marie Kwayie:
Bei mir ist es so, wie wahrscheinlich bei jedem Sportler: Ich möchte einmal bei Olympischen Spielen dabei sein. Das ist zwar noch sehr, sehr weit weg. Aber es ist der größte Traum. Dafür arbeite ich.

Möglicherweise könnten die Spiele sogar in Berlin sein, wenn es mit der Bewerbung klappt…

Lisa Marie Kwayie:
Das wäre die Krönung. Berlin hat so viel zu bieten, jeder würde sich hier wohlfühlen. Berlin ist nie langweilig und ich finde die Idee großartig, hier Olympia auszutragen. Da stehe ich voll dahinter.

jhr

 

 

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