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Sechs Medaillen, ein Meisterschaftsrekord und Finalplatzierungen bei der DM

Mit zwei deutschen Meistertiteln, zwei Silbermedaillen, zwei Bronzemedaillen sowie zahlreichen weiteren Finalplatzierungen präsentierten sich die Berliner Athletinnen und Athleten bei den Deutschen Meisterschaften im Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid in guter Form. Für das Highlight des Wochenendes sorgte einmal mehr Hürdensprinter Emil Agyekum, der nur eine Woche nach seinem deutschen Rekord auch den Meisterschaftsrekord über 400 Meter Hürden verbesserte.

Emil Agyekum / Foto: Joshua Kühn

Nach seinem deutschen Rekord von 47,45 Sekunden beim Diamond League Meeting in London ließ Emil Agyekum (SCC Berlin) auch bei den Deutschen Meisterschaften keine Zweifel an seiner derzeitigen Ausnahmeform aufkommen. Bereits im Halbfinale qualifizierte sich der 27-Jährige souverän für den Endlauf, ehe er am Sonntag in 47,65 Sekunden zum Deutschen Meistertitel in neuem Meisterschaftsrekord stürmte.

„Ich bin super drauf. Die Konkurrenz war auch da. Und da war ich natürlich sehr motiviert, auch mein Bestes zu geben. Es hat hier sehr viel Spaß gemacht, das Publikum war super und das Stadion auch“, freute sich Agyekum nach seinem Sieg. Mit seinem Erfolg untermauerte er eindrucksvoll seine Ambitionen für die Europameisterschaften in Birmingham.
Alexander Hanke (Berlin Athletics) belegte Rang elf.

Mohammad Amin Alsalami / Foto: Joshua Kühn

Für den zweiten Meistertitel sorgte Mohammad Amin Alsalami (LAC BERLIN) im Dreisprung. In einem spannenden Finale sprang der 26-Jährige im sechsten und letzten Versuch 15,67 Meter weit und übertraf den bis dahin führenden Benedikt von Hardenberg um gerade einmal einen Zentimeter. Der Fürther sprang in seinem letzten Versuch erneut auf 15,66 Meter.

„Das ist nach elf Jahren mein erster Deutscher Meistertitel. Das ist unglaublich. Ich bin so dankbar für diesen einen Zentimeter. Für mich zählt nur der Titel.“, sagte der neue Deutsche Meister nach seinem emotionalen Erfolg.

Ebenfalls überzeugen konnte Edmond Edoh (LG Nord Berlin), der sich mit persönlicher Bestleistung von 15,19 Metern Rang sieben sicherte. U20-Meister Joel Yamah (SCC Berlin) belegte Platz zehn.

Emma Goretzka / Foto: Joshua Kühn

Über 100 Meter der Frauen gehörten gleich drei Berlinerinnen zu den stärksten Sprinterinnen Deutschlands.

Die erst 18-jährige Emma Goretzka (LAC BERLIN) setzte ihre beeindruckende Entwicklung fort und präsentierte sich auch mit Blick auf die anstehenden U20-Weltmeisterschaften in bestechender Form. Nach starken Vorlauf- und Halbfinalrennen gewann die jüngste Finalistin in 11,26 Sekunden die Silbermedaille.

„Zufrieden bin ich auf jeden Fall. Ich bin vor allem dankbar, dass ich diesem Druck wieder standhalten konnte. In so einem starken Feld Zweite zu werden, hätte ich mir niemals erträumt.“, sagte die U20-WM-Starterin.

Gina Lückenkemper / Foto: Joshua Kühn

Titelverteidigerin Gina Lückenkemper (SCC Berlin) gewann in 11,29 Sekunden Bronze. Sie war in den vergangenen Wochen durch die Folgen eines Zeckenbisses stark ausgebremst worden.

„Ich war einfach nur froh, dass mein Körper heute drei Runden mitgemacht hat. Die letzten vier Wochen waren eine absolute Achterbahnfahrt.“, erklärte Lückenkemper.

Auch Philina Schwartz (Berlin Athletics) überzeugte. Nach souveränen Vorläufen qualifizierte sie sich über die Zeit für das Finale und belegte dort mit 11,35 Sekunden einen starken fünften Platz.

Im Dreisprung der Frauen verpasste Caroline Joyeux (LG Nord Berlin) zwar die Titelverteidigung, durfte sich aber über die Silbermedaille freuen. Mit 13,98 Metern verbesserte sie sich im letzten Versuch noch von Rang drei auf zwei.

„Ich wollte den Titel verteidigen. Am Ende war das Ergebnis zwar noch okay, aber es war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte.“, erklärte Joyeux anschließend.

Als einzige deutsche Dreispringerin, die in dieser Saison bereits die direkte EM-Norm erfüllt hat, kann sie nun mit einem Start bei den Europameisterschaften in Birmingham planen.
Ebenfalls eine gute Leistung zeigte Sarah-Michelle Kudla (LG Nord Berlin), die mit 13,22 Metern Rang fünf belegte. Vereinskollegin Grace Monono wurde Elfte.

Für eine weitere Medaille sorgte Ella Obeta (LG Nord Berlin) im Hochsprung. Mit 1,83 Metern stellte sie ihre Saisonbestleistung ein und durfte sich gemeinsam mit der höhengleichen Joana Herrmann über Bronze freuen. Blessing Enatoh (LG Nord Berlin) belegte mit übersprungenen 1,75 Metern Rang neun.

 

Anouk Krause-Jentsch & Michelle Janiak / Foto: Joshua Kühn

Auch abseits der Medaillenränge präsentierten sich zahlreiche Berliner Athletinnen und Athleten in guter Form.

Über 400 Meter erreichte Lukas Krappe (SCC Berlin) nach einer Saisonbestleistung von 46,42 Sekunden im Halbfinale den Endlauf und belegte dort Rang acht. Vereinskollege Friedrich Rumpf verpasste das Finale mit der neuntschnellsten Halbfinalzeit denkbar knapp.

Bei den Frauen lief Lena Leege (SCC Berlin) ins Finale und wurde dort Achte.

Über 400 Meter Hürden überzeugte Anouk Krause-Jentsch (SCC Berlin) mit Platz fünf. Vereinskollegin Michelle Janiak qualifizierte sich ebenfalls für das Finale und belegte Rang sieben.

Über 3.000 Meter Hindernis lief Agnes Thurid Gers (SCC Berlin) mit Saisonbestleistung auf Rang acht. Vivien Gronde (Berliner SV 1892) stellte als 14. in 10:51,65 Minuten eine neue persönliche Bestleistung auf.

Im Hochsprung der Männer egalisierte Amdi Gaye (LG Nord Berlin) mit 2,05 Metern seine Saisonbestleistung und wurde Achter.

U23-Vizemeister Denyo Schluckwerder (LAC BERLIN) belegte im Weitsprung mit 7,22 Metern Rang zehn.

Im Hammerwurf erreichten Flora Rustemeyer, Esther Imariagbee und Yasmin Amasheh (alle LG Nord Berlin) die Plätze acht bis zehn.

Der jüngste Teilnehmer des 5.000-Meter-Feldes, Benjamin Klonowski (TuS Lichterfelde), überzeugte in einem taktischen Rennen, hielt sich lange in der Spitzengruppe und belegte am Ende Rang 15.

Über 800 Meter gingen Paul Johann Weber (Berlin Athletics) und Joshua Hoffmann (Berlin Track Club) im Halbfinale an den Start und sammelten wertvolle Erfahrungen auf nationaler Bühne. Bei den Frauen verpassten Alica Schmidt, Alison Graf, Viktoria Kamml und Nike Dangelmaier leider knapp den Finaleinzug. Viktoria Kamml konnte sich aber über eine persönliche Bestleistung von 2:06,80 Minuten freuen. Auch Emily Quast (SCC Berlin) stellte über 1.500 Meter eine neue persönliche Bestleistung auf.

Auch in den Staffelwettbewerben waren Berliner Vereine vertreten. Über 4x100 Meter der Frauen verpasste Berlin Athletics als Vierter eine Medaille nur knapp. Der SCC Berlin belegte bei den Männern Rang zehn.

Im Nachwuchs erreichte der OSC Berlin über 3x800 Meter der weiblichen U20 Rang vier, die LG Nord Berlin wurde 18. Über 3x1000 Meter der männlichen U20 belegte der Berliner SV 1892 Platz acht vor Berlin Athletics (10.) und der LG Nord Berlin (38.). In der 4x400-Meter-Staffel erreichte der OSC Berlin in der weiblichen U20 Rang elf, ebenso die LG Nord Berlin bei der männlichen U20.

Nach den Deutschen Meisterschaften richtet sich der Blick nun auf die kommenden internationalen Saisonhöhepunkte. Bereits vom 5. bis 9. August finden die U20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA) statt. Anschließend stehen vom 10. bis 16. August die Europameisterschaften in Birmingham auf dem Programm.

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