Historisches

Am 15. November 1904 wurde im Restaurant „Otto Jost“ an der Gitschiner Straße 12 in Kreuzberg der Verband Berliner Athletik Vereine (VBAV) gegründet. Der heutige Berliner Leichtathletik-Verband e.V., der sich als Nachfolger des VBAV am 22. Oktober 1949 gründete, ist damit der älteste Landesverband der deutschen Leichtathletik.

Sechs Vereinsvorsitzende und etwa 95 Sportler hatten sich dazu in der Gaststätte am Halleschen Tor eingefunden. Mit dabei waren Vertreter von SC Teutonia, SC Markomannia, SC Uranus, SC Arminia-Urania und dem SC Charlottenburg. Erster Vorsitzender des VBAV war Otto Gronert, der fünf Jahre zuvor den SC Komet gegründet hatte und diesen auch bei der Gründungsveranstaltung vertrat. Der Verband solle „den Sportsleuten Gelegenheit bieten, sich des Öfteren auf grünem Rasen zu messen, und insbesondere unserem Sport eine allgemeine Ausbreitung sichern“.

Zur Jahrhundertwende 1900 trafen sich die besten Athleten der damaligen Reichshautstadt zum größten Leichtathletik-Meeting noch in Mühle bei Grünau. Das „Deutsche Stadion“ auf dem Gelände des heutigen Olympiastadions befand sich gerade erst in Planung. Es wurde 1913 feierlich eröffnet und war 1921 Schauplatz des ersten Internationalen Stadionfestes (ISTAF).

Sportliches

Die Berliner Top-Athleten sind in den vergangenen Jahren erfolgreich wie lange nicht. Mit sieben Medaillen kehrten sie 2014 von den Deutschen Meisterschaften aus Ulm zurück. Robert Harting (Diskus, SCC), Dennis Krüger (800m, 1. VfL Fortuna Marzahn) und Melanie Bauschke (Weitsprung LAC Olympia 88) holten die Titel. Mit Silber kehrten Lucas Jakubczyk (100m) und Julia Fischer (Diskus, beide SCC) heim. Bronze gewannen Carsten Schlangen (1500m, LG Nord) und Hannes Liebach (3000mH, SCC).

Auch international haben sich die Berlinerinnen und Berliner bestens präsentiert. Allen voran Robert Harting, der innerhalb von fünf Jahren den Olympiasieg 2012, zwei EM- und drei WM-Titel in die Hauptstadt holte.

Lucas Jakubczyk kehrte zweimal in Folge mit Edelmetall (jeweils mit der 4x100m-Staffel) von Europameisterschaften zurück. Und er belegte in Zürich im Einzelrennen über 100m auch noch einen starken fünften Platz! Diskuswerferin Julia Fischer wurde mit 61,20 Metern Fünfte. Unglücklich trotz starker Leistungen endete bekanntlich für Weitspringerin Melanie Bauschke der Ausflug zu den kontinentalen Titelkämpfen. Mit den zuerst gemessenen 6,79 Metern hätte sie für die erste internationale Medaille einer Berliner Springerin seit Jahrzehnten sorgen können. Ihre 6,55 Meter bedeuteten aber immer noch Platz 6.

Glückwunsch für diese tollen Leistungen, die Hoffnung machen auf dem Weg zu den Leichtathletik-Weltmeisterschafen in Peking 2015 und den Olympischen Spielen in Rio des Janeiro 2016!

Wirtschaftliches

Im Wettstreit mit den Verbänden anderer Sportarten wird es immer wichtiger, starke Partner aus der Wirtschaft an seiner Seite zu haben. Dabei geht es nicht um die Erzielung von Gewinnen, sondern um die Finanzierung von Veranstaltungen und unserer Verbands- und Nachwuchsarbeit.

Darum hat der BLV in den vergangenen Jahren verstärkt um die Unterstützung von Sponsoren geworben. Mit großem Erfolg. Neben Lotto Berlin, der Spielbank Berlin, dem Ausrüster Nike und der Unternehmensgruppe Wolfram zählt auch das CentroVital zu den Förderern.

Kürzlich konnte mit dem Weltmarktführer für Laufbahntechnik, der Firma Polytan, ein weiterer starker Partner des BLV präsentiert werden, der anlässlich der Leichtathletik-WM 2009 bereits für die blauen Bahnen im Berliner Olympiastadion, im Hanns-Braun-Stadion im Olympiapark und im Stadion Lichterfelde gesorgt hatte.

So viele Sponsoren und Vermarktungserlöse wie im Jahr 2014 hatte der BLV noch nie in seiner 110-jährigen Geschichte.

Verbandsarbeit

Erfreulich sind auch die Entwicklung der Vereine und der Mitgliedszahlen in den vergangenen zehn Jahren. Beim 100. BLV-Geburtstag am 15. November 2004 zählten wir 67 Vereine mit 10.731 Mitgliedern – heute sind es 70 Vereine mit 10.357 Aktiven.

Nachdem die Zahl der gemeldeten Vereinsmitglieder im Jahr 2007 erstmals seit über 20 Jahren in den vierstelligen Bereich auf 9801 gesunken war, gab es anlässlich der Leichtathletik-Weltmeisterschaften 2009 ein Zwischenhoch von 10.029. Anschließend ging es leider wieder bergab mit 9828 (2010) und 9.693 (2011) Mitgliedern. Erst 2012 kam es nach den Olympischen Spielen in London zur Trendwende auf 9.944 Mitglieder. Seit 2013 sind wir mit 10.357 Leichtathletinnen und Leichtathleten wieder im fünfstelligen Bereich.

Die größte Leichtathletik-Abteilung in Berlin hat mit 1.734 Mitgliedern weiterhin der SC Charlottenburg, gefolgt vom SC Tegeler Forst (824) und dem VfV Spandau (597). Kleinster Verein mit drei Mitgliedern sind die Weltraumjogger Berlin.

Sponsoren und Partner