Norddeutsche Meisterschaften in Hannover

Vom 20.07.19 bis 21.07.19 waren die Norddeutschen Meisterschaften in Hannover der Aktiven Frauen und Männer, sowie für die U18. Dies war das letzte Wochenende um sich für die Deutschen Meisterschaften in Berlin (03.08.19 bis 04.08.19) zu qualifizieren.

Kaum einer kannte das Stadion in Hannover, denn die meisten waren nur in der Leichtathletikhalle. Das Erika-Fisch-Stadion im Sportpark hatte eine kleine Tribüne und für die Athleten genug Möglichkeiten sich außerhalb des Stadions warm zu machen. Bei angenehmen warmen Temperaturen von ca. 25 Grad waren es somit sehr gute Bedingungen für unsere Sportlerinnen und Sportler, leider spielte der Wind etwas verrückt und Samstagnachmittag wurden einige Athleten noch etwas nass.

Vom Regen verschont blieb Mohammad Amin Alsalami, vom LAC Berlin, der nicht nur den Weitsprung gewann, sondern auch einen neuen syrischen Rekord mit 7,78m im Weitsprung sprang. Normalerweise hätte er die Norm für Deutschen Meisterschaften, aber er ist kein deutscher Staatsbürger, weshalb er nicht antreten darf, durch eine neue Regelung des DLVs, die vor paar Jahren beschlossen wurde.

Caroline Joyeux (LG Nord) nutzte die NDM als kleinen Test für die Deutschen Jugend Meisterschaften in Ulm, dabei lief es zwar nicht so gut im Dreisprung, aber im Weitsprung konnte sie den Wettkampf mit 5,88m gewinnen. Über die kurzen und lang Hürden dominierten wieder zwei Athletinnen von der LG Nord. Vanessa Hammerschmidt sprintete auf Platz 1 über die 100m-Hürden und Lena Seifert über die 400m-Hürden.

Über die längere Distanz haben wir ebenfalls zwei Norddeutsche Meister vom SCC Berlin mit Fabian Clarkson über die 3.000m Hindernis (9:02,11min) und Jennifer C. Hauke über 800m (2:12,14min).

Beim Diskuswerfen der Männer, der leider außerhalb des Stadions absolviert wurde, gewann Torben Brandt ebenfalls vom SCC Berlin mit 58,31m.

In der U18 hatten wir diesmal nicht viele Berlinerinnen und Berliner am Start, trotzdem konnten wir zwei Titel holen. Tim Weidenhoff vom RSV Eintracht Berlin lief die 100m in 11,05sec. und Enatoh Blessing vom TSV Spandau 1860 sprang 1,73m, was für beide Platz 1 bedeutete.

Insgesamt holten unsere Berliner Leichtathleten 8 Norddeutsche Titel, leider gab es keine Medaillen. Die Erstplatzierten bekamen jeglich das bekannte Fähnchen zusätzlich zur Urkunde.

Alle Ergebnisse findet ihr HIER

Michelle Santer (SV Preußen) war bei der U20 Europameisterschaft in Boras (Schweden), wo sie im Diskuswurf mit 46, 57m und dem 16. Platz sich nicht für das Finale qualifizieren konnte. Trotzdem sammelt sie erste internationale Erfahrungen, die für weitere Starts unerlässlich sind.

 

MH

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13 Titel bei der Senioren-DM

Vom 12. bis 14. Juli fanden die Deutschen Meisterschaften der Senioren in Leinefeld- Worbis statt. Insgesamt waren über 1.200 Teilnehmer bei den verschiedenen Altersklassen gemeldet.

Vielen ist es bekannt, ab 30 Jahren fängt allmählich der Körper an abzubauen, nur wenige Spitzenathleten erbringen dann noch ihre Bestleistungen. Dennoch ist es kein Grund komplett mit dem Training für die leichtathletischen Disziplinen aufzuhören, wie auch unsere Berliner Seniorinnen und Senioren am Wochenende bewiesen haben.

Die älteste Berliner Seniorin bei den Deutschen Meisterschaften hat ebenfalls die meisten Disziplinen absolviert. Gudrun Liedtke, der LG Nord Berlin, lief als einzige in der Altersklasse W70 die 200m Hürden in 43,55sec. Sie wurde auch Erste über die 80m Hürden mit 13,38sec. Darüber hinaus belegte sie im Hochsprung, über die 400m und 200m jeweils einen Platz in den Top 3. Was für ein Programm, nicht mal 20-jährige würden sich so ein Programm zumuten.

Sandra Kramer (LAC Berlin) gewann in der Altersklasse W40 die 100m (13,07sec.), den Weitsprung (5,53m) und den Dreisprung (11,70m). Frau Kramer sieht man auch häufiger bei den BBM der Aktiven, wie sie die jüngeren Athletinnen, mit ihren noch großartigen Leistungen, etwas ärgert.

Insgesamt holten unsere Senioren 13 Goldmedaillen in Leinefeld-Worbis, ferner zahlreiche Top Platzierungen. Mein größter Respekt vor all diesen Teilnehmern und ich denke, ich spreche für alle, dass wir hoffen auch so fit und erfolgreich zu sein wie unsere Berliner Seniorinnen und Senioren.

 

Hier eine Auflistung aller TOP 8 Platzierungen nach Altersklassen:

M35

3.Roman Neumann, TSV GutsMuths, Diskus, 35,60m

3.Roman Neumann, TSV GutsMuths, Hammer, 34,90m

5.Hendrik Polland, Weißenseer SV, 100m, 11,93sec.

5.Hendrik Polland, Weißenseer SV, 200m, 24,47sec.

7.Jens Tapkenhinrichs, Berliner SV 1892, 5000m 17:28,99min.

W35

1.Carolin Mattern, OSC Berlin, 5000m, 17:27,65 min

4.Annika Koil, LTC Berlin, 5000m, 19:50,83min

M45

1.Solomon Böhme, OSC Berlin, 1500m, 4:26,44min

2.Solomon Böhme, OSC Berlin, 5000m, 15:57,11min

3.René Engelhardt, LG Nord, Weitsprung, 6,02m

W40

2.Pamela Haake-Ringhut, VfV Spandau, Weitsprung, 5,00m

4.Anke Blume, ASV Berlin, Kugel, 10,06m

W45

1.Andrea Zahn, VfV Spandau, Speer, 34,56m

2.Katharina Kammi, LG Süd, Weitsprung, 5,00m

3.Katharina Kammi, LG Süd, Hochsprung, 1,37m

7.Katharina Kammi, LG Süd, 200m, 29,21sec.

8.Marina Herrmann, VfV Spandau, Speer, 27,21m

W55

2.Sabine Lahmann, SCC Berlin, 1500m, 5:41,28min

2.Christiane Contag, VfV Spandau, 400m, 70,27sec.

3.Beate Vogel, VfV Spandau, Speer, 26,84m

4.Christiane Contag, VfV Spandau, 200m, 31,16sec.

6.Christiane Contag, VfV Spandau, 100m, 15,39sec.

6.Sabine Lahmann, SCC Berlin, 800m, 2:53,41min

W50

1.Heike Hesse, VfV Spandau, 300m Hürden, 53,18sec.

2.Antonia Maecker, OSC Berlin, 5000m, 19:28,65min

2.Antonia Maecker, OSC Berlin, 1500m, 5:18,62min

3.Elizabeth Joseph, VfV Spandau, 100m 13,85sec.

M55

1.Roland Gröger, TopFit Berlin, 200m, 24,62sec.

1.Roland Gröger, TopFit Berlin, 400m, 56,07sec.

M50

1.Olivier Buck, LAC Berlin, 1500m, 4:38,13min

M60

1.Andreas Weise, VfV Spandau, 800m, 2:22,36min

2.Andreas Weise, VfV Spandau, 300m Hürde, 47,41sec.

3.Andreas Weise, VfV Spandau, 400m, 60,60sec.

4.Detlef Schwarz, VfV Spandau, Diskus, 43,54m

4.Ralf Dietrich, Turngemeinde in Berlin, 100m Hürde, 18,97m

M65

1.Helmut Kreidner, LTC Berlin, 5000m, 18:49,70min

W65

6.Doris Nabrowsky, 1. VfL Fortuna Marzahn, Kugel, 8,27m

M70

3.Dieter Kollhammer, LC Marathonia Berlin, 1500m, 5:51,96min

M75

3.Detlef Laße, LG Nord, 800m, 3:01,67min

 

MH

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Bronzener Abschied für Melanie Bauschke bei den European Games

Melanie Bauschke über ihre Erfahrung mit dem neuen Wettkampfformat und wieso ihr die Bronze-Medaille von den European Games in Minsk so viel bedeutet.

 

Bei den European Games wurde ein neues Wettkampfformat ausprobiert. Wie hast du das neue Format DNA (Dynamic New Athletics) kennengelernt? Wie findest du das?

„Zu Beginn ziemlich kompliziert. Ich war ja zunächst nur als Ersatz für Julia Gerter nominiert und hatte mich daher nur sporadisch mit den Regularien beschäftigt. Die größte Änderung für uns Weitspringer ist, dass man im direkten Duell springt und Punkte sammelt. Erst als sich dann Julia die Achillessehne gerissen hatte und klar war, dass ich springen werde, habe ich mich tiefgründiger mit den Regularien befasst. Von den Zuschauern habe ich gehört, dass es durch das Duellsystem klarer war, wer weiter springt und die Punkte sammelt. Im Stadion wurde immer angezeigt, wer gegeneinander springt und wer weiter springt. Die Duelle an sich waren gut zu durchschauen, besonders auch im Speerwurf und Hochsprung. Alle Ergebnisse (Punkte) der Disziplinen wurden dann in einen Rückstand auf das führende Team bei der Hunt-Staffel (Jagdstaffel) umgerechnet. Bei der Hunt-Staffel am Finaltag war es dann sehr spannend, weil die Plätze 1 und 2 sowie die Plätze 3 und 4 punktgleich waren. Viel besser hätte das Programm nicht geschrieben werden können.

In Minsk durften die Athleten und die Trainer im Gegensatz zu anderen internationalen Wettkämpfen mit in den Innenraum. Wir konnten somit die anderen Disziplinen hautnah mitverfolgen und unsere Teamkolleginnen und -kollegen anfeuern. Für mich war echt super schön ein Teil davon gewesen zu sein und mit einem jungen DLV-Team unterwegs zu sein. Zu meiner großen Ehre wurde ich zu Beginn der European Games zur Team-Kapitänin ernannt, darüber habe ich mich sehr gefreut. Ich war die Älteste im Team und wurde so ein bisschen als „Mutti“ wahrgenommen. Ich war damit eine Art Ansprechpartner, insbesondere für die jungen Athleten, die sich gefreut haben, wenn ich im Wettkampf bei Ihnen war und sie auch in schwierigen Situationen ein wenig mit meiner Erfahrung unterstützen konnte. Schlussendlich war es ein spannendes, neues Konzept bei dem der Zuschauer sofort den Sieger des gesamten Wettkampfes erkennt: wer als Erstes durchs Ziel kommt ist der Gewinner.“

 

Denkst du, dass dieses Konzept eine Zukunft in der Leichtathletik hat oder ist es keine richtige Alternative zum traditionellen Format?

„Ich glaube bei Meisterschaften, bei denen es darum geht, den besten einer Disziplin zu bestimmen, funktioniert das Format nicht. Im Weitsprung zum Beispiel, geht es um jeden Zentimeter und da muss man das Brett zu 100% ausnutzten, um die beste Weite zu springen. Bei dem DNA Format müssen die Athletinnen und Athleten jedoch auf Sicherheit springen, um Punkte zu erhalten. Da heißt es lieber ein paar Zentimeter am Brett verschenken als einen ungültigen Versuch zu machen und dafür null Punkte zu bekommen. Hört sich zwar komisch an, ist aber so. Vor allem im Hochsprung sind die Athleten etwas zurückhaltender bei der Auswahl der Höhen, um auch gültig zu springen. Aber so als allgemeines Konzept, könnte ich es mir im Nachwuchsbereich sehr gut vorstellen.“

Wie war eigentlich die Stimmung im Athletendorf und bei der deutschen Mannschaft? Du hast uns bereits ein paar Einblicke gegeben.

„Das Athletendorf hat mich an die Universiade 2011 in Shenzhen erinnert: Das Athletendorf bestand aus vielen Hochhäusern und die gesamte Mannschaft des Team D war zusammen in einem Häuserblock untergebracht. Im Dorf gab ein Café, ausgestattet mit einer Spielekonsole und einem Fernseher, wo die ganzen Livestreams übertragen wurden. Außerdem gab es viele Beschäftigungsmöglichkeiten, sodass man sich auch ein wenig vom Sport ablenken konnte. War ganz cool. Besonders gut hat es mir gefallen sich in der großen Mensa auch mal mit den Athleten aus anderen Sportarten zusammen zu setzen und sich zu unterhalten.“

Du warst eine Athletin mit der meisten Erfahrung im Team, doch welche Bedeutung hat diese Medaille für dich?

„Unverhofft kommt oft. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass wir eine Chance haben, in den direkten Medaillenkampf einzugreifen. Am Finaltag war unsere Punkteausbeute nach den ersten Wettkämpfen leider nicht so groß wie erhofft, umso überraschender war es dann, dass wir als Team noch die Bronze Medaille erkämpfen konnten. Für mich war es dann auch eine sehr tränenreiche Siegerehrung. Es war ein großartiges Gefühl und meine erste Medaille im Dress des DLV bei einer internationalen Meisterschaft bei den Erwachsenen. Die Medaille wird auf jeden Fall einen Ehrenplatz bei mir zuhause bekommen. Es war eine ganz tolle Siegerehrung und ein goldener Abschluss auch wenn es eine Bronzemedaille war [ihr kommen die Tränen].“

Du meintest es war ein schöner Abschluss? Ist dies der Abschied von deiner aktiven Karriere als Leichtathletin? Wie schwer war diese Entscheidung für dich bzw. wie kam es zum Entschluss deine Karriere zu beenden?

„Das war ein langer Prozess. Ich hatte im letzten Sommer schon mal kurzzeitig begonnen über mein Karriereende nachzudenken und habe darüber mal am Rande mit Tanja Damaske, meiner Sportpsychologin, gesprochen. Sie hatte mir verschiede Wege aufgezeigt, aber am Ende wollte ich, auch im Hinblick auf die EM in Berlin, nochmal voll angreifen. Nach den Deutschen Meisterschaften im letzten Jahr hatte ich einen schönen Urlaub, danach einen Bundeswehrlehrgang in Hannover und in dieser Zeit ist mir die Motivation irgendwie abhandengekommen. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, dass die Motivation und der Ehrgeiz zurückkommen würden. Aber beides kam nicht mehr in dem Maße zurück, wie es vorher war. Ich bin dann im Januar ins Training wieder eingestiegen, aber es lief nicht so gut und alles fiel mir schwerer als sonst. Ich habe zu der Zeit auch sehr unruhig geschlafen, da ich mich gefragt habe, wo mein Weg mal hingehen wird, wenn ich kein Leistungssportler mehr bin. Ich habe mich dann auch mal mit meinem Chef in der Sportfördergruppe der Bundeswehr darüber unterhalten. Zu dieser Zeit suchte er gerade eine/n Mitarbeiter/in, um eine Stelle neu zu besetzen. Da wir beide uns das sehr gut vorstellen konnten, werde ich seit April für diese Stelle eingearbeitet. Der Sprung aus der aktiven Sportlerkarriere hin ins normale Arbeitsleben ist mir dadurch leichter gefallen. Mein Körper hat nach 15 Jahren Leistungssport auch einige Baustellen, was mit 31 Jahren einfach normal ist. Wir [gemeint sind ihre Trainerin Frau Stein und Sie] sind all die Jahre super durchgekommen, sind konstant gesprungen und haben uns in der deutschen Spitze etablieren können, aber jetzt funktioniert der Körper einfach nicht mehr so wie früher und das zerrt dann natürlich auch an der Motivation. Die Trainingslager Anfang des Jahres habe ich alle noch mitgemacht, um mir nicht irgendwann selbst mal vorwerfen zu müssen ich hätte nicht alles probiert und alles gegeben. Aber dass es mir immer schwerer fiel, hat natürlich auch meine Trainerin mitbekommen. Daraufhin haben wir entschieden, dass ich mich für die European Games fit halten werde, aber wir erstmal keine weiteren Wettkämpfe bestreiten.

Erst bei den European Games ist mir dann klar geworden, dass das mein letzter Wettkampf werden würde und ich nicht mehr bei den deutschen Meisterschaften in diesem Jahr in Berlin antreten werde, das haben dann auch unsere Teambetreuer mitbekommen. Am Ende des Finaltages der European Games gab es eine stille Stunde, wo das ganze Team nochmal zusammengekommen ist. Hierbei wurde ich von unserem Sprungtrainer Sebastian Kneifel, der mich in Minsk betreut hat, in der Runde verabschiedet. Die European Games waren ein super Schlusspunkt meiner aktiven Karriere und mit der Medaille natürlich auch noch ein sehr erfolgreicher.“

Werden wir jetzt noch einmal etwas nostalgisch. Du hast eine Zeit lang Hochsprung und Weitsprung parallel sehr erfolgreich bestritten. Was war eigentlich dein größter Erfolg?

„Mit der größte Erfolg, war die Goldmedaille im Weitsprung und die Silbermedaille im Hochsprung bei der U23 EM 2009. Aber von der emotionellen Wertigkeit war der deutsche Meisterschaftstitel 2014 fast noch höher zu bewerten. Wir waren sechs Weitspringerinnen, die die EM-Norm für Zürich erfüllt hatten und es hieß, dass der deutsche Meister mit erfüllter Norm auf jeden Fall nach Zürich fahren würde. Ich hatte von allen Weitspringerinnen, die die Norm erfüllt hatten, die kürzeste Weite zu stehen. Dennoch konnte ich mich bei den deutschen Meisterschaften durchsetzen und hatte als deutsche Meisterin die Fahrkarte für Zürich sicher. Das war der emotionalste und schönste Titel, weil alle meine Konkurrentinnen am Start waren. Mit diesem Titel nach Hause zu gehen war das Schönste.“

Dann war die EM in Zürich, da gab es einen Protest, wodurch du von Platz 3 auf Platz 6 gerutscht bist. Würdest du das als einen deiner schwierigsten oder traurigsten Momente bezeichnen?

„Es war ein schlimmes Ereignis, keine Frage, aber viel schlimmer war es für mich die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio zu haben und mich dann eine Woche vor den Deutschen Meisterschaften zu verletzen. Klar ist eine Medaille bei der EM auch etwas Tolles, aber ich wollte um jeden Preis in Rio springen. Immerhin ist es der Traum eines jeden Sportlers einmal an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Daher glaube ich, dass diese Verletzung noch schlimmer und dramatischer war. Ich hatte da die Form meines Lebens und musste mir die Olympischen Spiele dann im Fernsehen angucken…“

Auf welche Erfahrung hättest du gerne in deiner Leistungssportkarriere verzichtet?

„Ich glaube eigentlich auf Nichts. Ich denke auf Verletzungen hätte ich gerne verzichten können, aber ansonsten muss man als Sportler vieles durchleben, um weiter zu kommen. Ebenso gehören negative Wettkämpfe und schlechte Leistungen dazu. Ich bin auch schon mal um die halbe Welt geflogen, um mit 6,18m nach Hause zu kommen. Kann ich eigentlich darauf verzichten, bringt einen aber irgendwie doch weiter. Man lernt vieles über sich selbst.

Nö, es lief vieles in meiner Karriere wie ich es mir vorgestellt habe.“

Was wirst du aus deiner Zeit als Leistungssportlerin für deine Zukunft bzw. auch für dein berufliches Leben mitnehmen?

„Ich glaube die Disziplin können wir alle gut mitnehmen. Außerdem sind wir auch sehr selbstbewusst im Vergleich zu nicht-Leistungsportlern. Über die Bundeswehr und auch durch die European Games habe ich gemerkt, dass ich trotz meiner Individualsportart ein Teamplayer bin. Ich bin irgendwie eine ‚Hörsaal-Mutti‘ oder eine, die die Gruppe zusammenhält, obwohl wir als Weitspringer doch Individualisten sind. Ich habe während meiner sportlichen Karriere unheimlich viele Menschen kennengelernt und auch über Grenzen hinaus viele Bekanntschaften geschlossen. Ich bin viel gereist und habe viel gesehen. Natürlich auch bisschen Geld verdient und mein Hobby zum Beruf gemacht, was will man mehr? Aber leider hat das auch mal ein Ende.“

Zum Thema Ende, weißt du schon ob du etwas vermissen wirst?

„Jetzt gerade? Nichts. Gerade möchte ich keinen Sport machen, mich nicht bewegen und essen, was ich möchte. Ich brauche zurzeit kein Stadion, den Geruch des Tartan oder den Sand in meinen Socken. Ich brauche keine Spikes, die übrigens alle weggeräumt sind. Ich brauche gerade etwas Abstand. Dass ich etwas vermisse, kommt vielleicht noch.“

Wo wirst du dich in einem Jahr sehen? In einem Jahr ohne Leistungssport.

„In einem Jahr werde ich immer noch in der Sportfördergruppe Berlin als stellvertretende Leiterin am Computer sitzen und mich um die Personalangelegenheiten der Spitzensportler kümmern. Folglich bleibe ich dem Spitzensport erhalten, aber auf der anderen Seite des Schreibtisches. Und ich freue mich jetzt schon darauf die Leistungen unserer Spitzensportler zu verfolgen, sie anzufeuern und sie zu unterstützen.“

Du hattest eine lange Karriere, gibt es Menschen, denen du Danken möchtest?

„An erster Stelle meiner Trainerin Annett Stein [ihr kommen die Tränen]. Das ist auch der größte und schwerste Abschied. Sie hat mich in Ihre Trainingsgruppe aufgenommen, als ich 15 Jahre alt war. Wir haben 16 Jahre lang zusammen trainiert und gearbeitet und sind dabei durch Höhen und Tiefen gegangen. Klar gab es mal Streitigkeiten und sie hat mich auch mal stehen lassen, wenn ich mal wieder bockig war, aber ich war ja immer eine Vorzeigeathletin [lacht]. Wir waren ein ziemlich gutes Team. Als nächstes der Spitzensportförderung der Bundeswehr, wo ich seit 2009 unterstützt werde und die mir jetzt sogar den Weg ebnet für das Leben nach dem Leistungssport. Dem OSP Berlin und seinen Förderpartnern, die mich finanziell bei den Trainingslagern unterstützt haben. Natürlich danke ich auch dem Weitsprungbundestrainer Herrn Knapp und dem gesamten DLV-Team, für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Nicht vergessen möchte ich meine Vereine LG Nike Berlin, bei dem ich 10 schöne Jahre hatte und jetzt LAC Olympia 88 Berlin, der mich super unterstützt und gefördert hat. Und natürlich wäre es auch nicht ohne Eltern, die mich in der Jugend unterstützt, gefördert und von A nach B gefahren haben, möglich gewesen. Mein Papa war immer mein größter Fan und ist so oft es ging mitgereist. Und es gibt noch so unheimlich viele weitere Menschen, die ich alle gar nicht aufzählen kann, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Es war einfach eine schöne Zeit.“

Worauf freust du dich jetzt?

„Jetzt?! Auf ein ganz normales Leben: z.B. Essen! Auf ein Eis, ein Glas Wein, auf einen Cocktail, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich merke langsam, dass ich loslassen kann und ohne, dass jemand Druck macht. Ich kann jetzt einfach das Leben in vollen Zügen genießen. Und das Beste ist, dass ich jetzt nicht mehr ständig meinen Aufenthaltsort in ADAMS [dem Onlineportal der NADA] angeben muss, damit die Dopingkontrolleure mich immer und überall finden können. Das ist auch ein schönes Gefühl.“

 

MH

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Top-Platzierungen in Gävle für die Berliner U23

Vom 11.07.19 bis einschließlich dem 14.07.19 wurde in Gävle (Schweden) die U23- EM ausgetragen. Der BLV hatte insgesamt 6 Leichtathletinnen und -athleten vor Ort, von denen 2 eine Medaille gewonnen haben.

Die erste Medaille gewann Emil Agyekum (SCC Berlin) über 400m. Schon im Halbfinale lief er eine neue Bestzeit, aber noch knapp über der 50-Sekunden Marke. Im Finale setzte er noch einen drauf, indem er sich an seinen niederländischen Konkurrenten orientierte. Er zog bei dem starken Schlussspurt mit, was ihm zu einer neuen PB von 49,69sec. verhalf und zu Bronze. Er erfüllt nun auch die zweite DLV-Norm für die WM in Doha, weshalb er nach den Deutschen Meisterschaften (03.08.-04.08.19) für die WM nominiert werden könnte.

Alica Schmidt (SCC Berlin) kann sich ebenfalls mit einer Bronzemedaille aus Gävle schmücken. Zusammen mit ihren Team-Kolleginnen lief sie eine 3:33,83min. über die 4x400m. Sie waren das letzte sportliche Ereignis in Gävle und auch die letzte Medaille für Deutschland.

Unsere 3.000m Hindernis-Läuferin und -Läufer schrammten beide knapp am Podest vorbei. Agnes Thurid Gers (SCC Berlin) und Lennart Mesecke (LG Nord; 8:47,61 min) wurden beide Vierte. Dabei konnte sich Agnes Thurid Gers auf eine neue Persönliche Bestleistung von 9:53,73min. steigern.

Leonie Reuter (LG Nord) konnte sich leider nicht für das Finale qualifizieren. Regen und kühlere Temperaturen erschwerten es warm zu werden und warm zu bleiben insbesondere, wenn man als Hochspringerin immer wieder auf eine nasse Matte landet. Sie sprang über 1,73m, aber leider war das nur Platz 14 und keine Qualifizierung für das Finale.

Unsere Berlinerinnen und Berliner haben mit ihren Top-Platzierungen dazu beigetragen, dass Deutschland nach Punkten und Medaillen mit Abstand führte und schließlich die erfolgreichste Nation war.

In der nächsten Woche geht es dann in Boras (Schweden) mit der U20-EM weiter, bei der wir eine Athletin am Start haben. Michelle Santer (SV Preußen) wird im Diskus Deutschland und Berlin repräsentieren.

 

MH

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Gold und zweimal Bronze bei der Universiade in Neapel

Lisa Marie Kwayie (NSF) hatte bereits über 100m eine Bronze-Medaille gewonnen, aber dazu kamen weitere Medaillen für die Berliner Leichtathletinnen und Leichtathleten, die bis einschließlich Samstag den 13.07.19 an den Start gingen.

Am Samstag den 13.07.19 gewann Caterina Granz (LG Nord) als Vorlaufschnellste die Goldmedaille mit 4:09,14min. über die 1500m. Souverän lief sie die 1500m fast die ganze Zeit an der Spitze, bevor es kurz vor Ende nochmal spannend wurde und die auf Position zwei liegende Australierin angriff. Aber Caterina war noch nicht am Ende ihrer Leistungsfähigkeit. Auf der Schlussgeraden zog sie ebenfalls das Tempo an und kam mit leichtem Vorsprung als Erste ins Ziel. Diese Goldmedaille war besonders für die Nationenwertung wichtig, denn bis zum Finallauf von Caterina Granz hatte das deutsche Universiade Team keine Goldmedaille. Durch ihren Sieg stieg Deutschland in der Nationenwertung noch ein paar Plätze auf.

Ihre zweite Bronze-Medaille gewann Lisa Marie Kwayie (NSF) über die 200m. Sie kam als Erste aus der Kurve, doch leider ging die Belastung, der 3-mal 100m in den Tagen davor, nicht an ihr vorbei und sie musste auf den letzten 50m zwei Athletinnen vorbeiziehen lassen. Nichtsdestotrotz eine neue Persönliche Bestleistung von 23,11sec.

Kurz am Podest vorbei lief Debroah Schöneborn (LG Nord) beim Halbmarathon. Sie wurde mit 1:15,03min. Vierte, hinter den Japanerinnen, die alle eine Medaille gewannen.

Beim Weitsprung hatte Stephan Hartmann für ihn untypische Anlage-Probleme. Er hatte leider nur einen gültigen Sprung von 7,49m. Diese Weite reichte leider nicht für das Finale. Es fehlten ihm 11cm für den Einzug ins Finale. Wir hoffen für den 8m-Springer, dass es bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin besser laufen wird.

Insgesamt eine schöne Ausbeute für unsere Sportlerinnen und Sportler. Zwar sei die Organisation in Neapel vom Veranstalter nicht so gut gewesen, wie es sonst unsere international startenden Athletinnen und Athleten gewöhnt sind, aber dennoch war es für einige der Höhepunkt der Saison. Sie sammelten großartige Erfahrungen und wichtige Punkte für das neue IAAF-Rankingsystem. Wir freuen uns sie im Olympiastadion am 3. und 4. August wiederzusehen mit vielleicht einer anschließenden Nominierung für die WM in Doha.

 

 

MH

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Neubau des Stadions im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark

Die Berliner Leichtathletik kann sich bereits jetzt auf das Jahr 2023 freuen. Grund hierfür ist der Neubau des Stadions im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Das neue Stadion soll laut der Senatsverwaltung für Inneres und Sport bis spätestens 2023 fertiggestellt werden und für die Special Olympics 2023 zur Verfügung stehen. Die Arena soll dann für ca. 20.000 Zuschauern Platz bieten und barrierefrei sein. Somit steht der Sportmetropole Berlin sowie der Berliner Leichtathletik eine neue Austragungsstätte für nationale Wettkämpfe für behinderte und nichtbehinderte Athleten zur Verfügung.

Der Präsident des Berliner Leichtathletik-Verband, Andreas Statzkowski, freut sich über die aktuelle Entwicklung. „Der Berliner Leichtathletik-Verband hat bereits jetzt beim DLV sein Interesse eines internationalen Wettbewerbs im Olympiastadion und eines nationalen Wettbewerbs (Deutsche Meisterschaft) im dann neu errichteten Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion in den kommenden Jahren bekundet.“, so Andreas Statzkowski.

 

BLV

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Berlin fliegt! Am 22. Juni 2019 ab 13:00 Uhr am Flughafen Tempelhof

„Berlin fliegt!“ am 22. Juni 2019 steht weiterhin für Innovation und Aufbruch in der Welt der Leichtathletik. Der Länderkampf mit Titelverteidiger Deutschland um Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) findet dieses Jahr ab 13:00 Uhr auf dem Vorfeld des Flughafens Tempelhof vor dem größten Baudenkmal Europas statt.

In dem tempogeladenen Wettbewerb kämpfen die Teams aus den führender Leichtathletik-Nationen USA, China, Großbritannien und Deutschland um Höhen, Weiten und Hundertstel. In diesem Jahr treten die Spitzen-Athleten im Stabhochsprung der Männer, im Weitsprung der Frauen und Sprint (Männer und Frauen) an. Damit hat jedes Team vier Athletinnen und Athleten am Start.

Die spektakuläre Veranstaltung muss sich nicht an traditionelle Konventionen der klassischen Leichtathletik halten. Ziel ist es, neue Fans für die olympische Kernsportart zu gewinnen und neue Formate zu präsentieren: kurzweilig, spannend und innovativ. Insgesamt wird "Berlin fliegt!" zum neunten Mal ausgetragen.

Der Eintritt ist frei, es werden keine Eintrittskarten vergeben!

Uhrzeit: 13:00 bis 15:00 Uhr
Einlass: ab 12:30 Uhr
Ort: Flughafen Tempelhof (am Vorfeld direkt vor der Abflughalle)
Adresse: Platz der Luftbrücke 5, 12101 Berlin
Zugang: Über das Tempelhofer Feld

Die Tribünen sind so lange geöffnet, bis alle Plätze vergeben sind. Die Stehplätze rund um die Wettkampfstätte sind bereits vorher zugänglich.

 

 

 

Quelle: DLV

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Doppelter Nachwuchs im Hause Harting: Leichtathletik-DM feiert Geburt mit freiem Eintritt für Zwillinge

Das Diskuswurf-Ehepaar Robert und Julia Harting hat vor einer Woche Zwillinge bekommen. Die Leichtathletik-DM am 3./4. August in Berlin feiert die Geburt mit freiem Eintritt für alle Zwillinge, Drillinge und Mehrlinge.

Hurra, hurra, die Zwillinge sind da... Die Berliner Diskuswerfer Julia und Robert Harting sind zum ersten Mal Eltern. Julia Harting brachte am 30. Mai in der Charité ein gesundes Mädchen und einen gesunden Jungen zur Welt. Stolze 3.820 und 3.015 Gramm brachten die Zwillinge auf die Waage. „Wir haben es sicher geschafft. Es war ein bewegendes Ereignis, das nun eine Woche hinter uns liegt. Wir brauchten etwas Zeit, um das zu verarbeiten“, so der stolze Papa.

Auch die deutsche Leichtathletik feiert den „double trouble“, wie Olympiasieger Robert Harting seine Vaterfreuden im Doppelpack nennt: Mit dem größten Zwillingstreffen in Berlin. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) lädt zur Feier des doppelten Harting-Nachwuchses alle Mehrlinge zu den Deutschen Meisterschaften am 3. und 4. August 2019 ins Berliner Olympiastadion ein. Zwillinge, Drillinge und alle anderen Mehrlinge haben an beiden Tagen freien Eintritt!

Viele bekannte Zwillinge in der Leichtathletik

Zwillinge werden ohnehin schon vor Ort sein, denn in der deutschen Leichtathletik haben es schon mehrere zu Bekanntheit gebracht. Erst vor zwei Jahren ist Deutschlands beste Kugelstoßerin Christina Schwanitz ebenfalls Mutter eines Doppelpacks geworden. Zudem sind die 1.500-Meter-Läuferinnen Diana und Elina Sujew von der LG Eintracht Frankfurt die schnellsten Zwillinge auf der Mittelstrecke, Anna und Lisa Hahner über die Marathon-Distanz. Auch die Läufer Sabrina Mockenhaupt, Arne Gabius, Corinna Harrer und die ehemalige Stabhochspringerin Anna Battke haben noch einen Zwilling, Läuferin Denise Krebs ist gar ein Drillingskind.

Im Sprint feierte Deutschland die legendären Rockmeier-Schwestern Birgit und Gabi, die 2001 mit der 4x100-Meter-Staffel zu WM-, und 2002 mit der 4x400 Meter-Steffel zu EM-Gold stürmten. Zusammen holten sie zudem 14 deutsche Meistertitel für die LG Olympia Dortmund.

Frei-Tickets bei Elina Sujew bestellen

Zwillinge und Mehrlinge, die bei den Deutschen Meisterschaften dabei sein wollen, müssen lediglich eine Mail mit ihrem Namen und Geburtsdatum an zwillinge@leichtathletik.de schreiben. Dort nimmt mit Elina Sujew selbst ein Zwilling die Bestellungen an und hinterlegt die Tickets an den Tageskassen.

Statistisch gesehen ist übrigens jede 64. Geburt in Deutschland eine Mehrlingsgeburt. In der Leichtathletik scheint die Quote noch höher zu liegen...

Mehr Informationen zur DM 2019 Berlin gibt es HIER

 

Quelle: DLV

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Anmeldung ab sofort: Erster DLV-Inklusionsworkshop! Leichtathletik inklusiv: Hürden? Da laufen wir drüber!

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) veranstaltet in Kooperation mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) am Freitag, 2. August 2019, einen ersten DLV-Inklusionsworkshop zum Thema „Inklusion in der Leichtathletik“.

Im Berliner Horst-Korber-Sportzentrum sowie in der angrenzenden Rudolf Harbig Halle werden theoretische und praktische Einblicke zur Leichtathletik für Menschen mit und ohne Behinderung von namhaften Referenten und Übungsleitern vermittelt. Der Workshop ist für alle Interessenten offen, richtet sich jedoch insbesondere an Trainer, Sportlehrer sowie Lauf-TREFF-Leiter. Der Workshop wird gefördert durch die Kettler-Stiftung.

Weitere Informationen über das Programm und die Anmeldung, die ab sofort möglich ist, finden Sie auf der DLV-Verbandshomepage (https://www.leichtathletik.de/verband/inklusion/dlv-inklusionsworkshop/). Die Teilnehmerplätze sind begrenzt.

Hier geht es direkt zur Anmeldung: https://www.leichtathletik.de/verband/inklusion/dlv-inklusionsworkshop/anmeldung/

 

Quelle: DLV

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